Literaturland Baden-Württemberg

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Weinsberg

Kerner-Haus

Kernerhaus in Weinsberg

Neben dem Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar ist das Haus an der Öhringer Straße in Weinsberg die bedeutendste Gedenkstätte der schwäbischen Romantik.
Die Neugestaltung des Hauses aus Anlass von Kerners 200. Geburtstag im Jahre 1986 und die Auswahl der Exponate lassen den Besucher eindrucksvoll den Dichter, Arzt, Kunstsammler, Denkmalpfleger, den Retter der Burgruine Weibertreu und Gründer des Weinsberger Frauenvereins erleben: Justinus Kerner (1786-1862).
Das Haus, vom Weinsberger Oberamtsarzt und romantischen Dichter am Fuß des Burgbergs 1822 erbaut, wurde durch die Anziehungskraft von Kerners vielseitiger Persönlichkeit und durch die Tüchtigkeit seines "Rickele" zum Treffpunkt der Romantik in Schwaben und zu einer Begegnungsstätte bedeutender Persönlichkeiten aus aller Welt.
Der Theologe David Friedrich Strauss, Freund von Justinus Kerner, nannte es "das merkwürdigste und eigenwilligste Haus in ganz Schwaben" und fügte hinzu: "Der Reisende glaubte nicht in Schwaben gewesen zu sein, wenn er nicht das Kemersche Haus besuchte ".

Das unter Denkmalschutz stehende Haus mit Garten und Geisterturm ist seit 1907 im Besitz des Justinus-Kerner-Vereins und wird vom Verein betreut. Mit dem Zusammenschluss der beiden Vereine, dem Kernerverein und dem Frauenverein, im Jahre 1920, kommen die Burgruine Weibertreu und das Kerner-Denkmal und in jünster Zeit auch Kerners Gästeherberge, das Alexanderhäuschen, hinzu. So entsteht eine "kleine Kulturmeile", die Einblick bietet in Leben und Wirken des Weinsberger Oberamtsarztes und Dichters und dem Besucher anschaulich und einprägsam ein Stück schwäbischer Literatur-und Geistesgeschichte des 19.Jahrhunderts vermittelt.
Anhand von persönlichen Gegenständen, Bildern, Handschriften, Büchern sind Kerners Lebensstationen dokumentiert: Geburtsstadt Ludwigsburg, Maulbronn, Tübingen, Dürrmenz, Wildbad, Welzheim, Gaildorf bis Weinsberg, wo Kerner über vierzig Jahre lebte und wirkte.
Die vorhandenen Therapiegeräte wie Nervenstimmer, ein Baquet, mit dem Kerner seine berühmte Patientin Friederike Hauffe (Seherin von Prevorst) behandelt hat, sein Arztbesteck oder der medizinische Zuber, ein Mesmerisches Baquet, vermitteln Einblicke in die medizinische Praxis der Kernerzeit.

Kerners wertvolle Kunstsammlung und die Wohnräume der Familie, bieten ein ziemlich genaues Bild seines häuslichen Milieus und vermitteln einen Hauch Kernerscher Atmosphäre und ein Stück Wohnkultur der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts.
Zu den schönsten Räumen gehören das Studierzimmer von Kerner, mit dem selbst gefertigten Schreibtisch, das Wohn - und Eßzimmer, sowie das "Sargzimmer" im Dachgeschoß.

Das Haus ist für Literaturinteressierte und Heimatkundler, Denkmalpfleger und Medizinhistoriker, Kunstsammler und Parapsychologen, aber auch für den unbefangenen Besucher - ob jung oder alt - interessant, informativ und anregend.

Im Jahre 2005 wurde der Justinus-Kerner-Verein 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass bot der Verein ein umfangreiches und vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit verschiedenen Veranstaltungsformen: Vorträge-Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Diashow, Podiumsgespräche und Ausstellungen.
DVD´s über die Veranstaltungen sind im Kernerhaus erhältlich.
Neu aufgelegt wurden einige seit längerer Zeit vergriffene Bücher:Theobald Kerner, Das Kernerhaus und seine Gäste---Prinzessin Klatschrose, Ein Kinderbilderbuch in 3 Sprachen-----Das Leben Justinus Kerners mit der Selbstbiografie: Bilderbuch aus meiner Knabenzeit und den Lebenserinnerungen der Tochter Marie Niethammer.



Nächste Veranstaltung:

28.07.2017, 19:30 Uhr:
Theobald Kerner, Der Revolutionär

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