Literaturland Baden-Württemberg

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Remshalden-Buoch

Museum im "Hirsch"

Seit 1987 zeigt das Museum in dem 1784 erbauten, von der Gemeinde Remshalden und Mitgliedern des Heimatvereins Buoch in mehrjähriger Arbeit restaurierten Gebäude des einst renommierten Gasthofs "Hirsch" die zwei Dauerausstellungen "Dichter und Maler in Buoch" und "Keramik des Mittelalters".

In seiner von der "Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg" konzipierten und maßgeblich gestalteten literarisch-künstlerischen Abteilung präsentiert das Museum Exponate, die in Buoch entstanden sind, sich mit dem Dorf oder der Landschaft, die es umgibt, befassen oder zu diesen Bezug haben, namentlich zum Buocher Pfarrhaus. Dort förderte die geistig, literarisch und künstlerisch überaus interessierte Pfarrfrau Friederike Reinfelder (1779 – 1846) junge Literaten und Talente der bildenden Kunst, u.a. den Lithographen Johannes Woelffle (1807 – 1893).

Die meisten der literarischen Erinnerungsstücke betreffen die Tübinger Studienfreunde Rudolf Kausler (1811 – 1874), der in Buoch bei seinem Onkel, dem Pfarrer Maximilian Reinfelder, drei Jahre als Vikar wirkte, Hermann Kurz (1813 – 1873), der sich als Dichter, Schriftsteller und Übersetzer betätigte und 1837/38 zeitweilig in dem Dorf lebte, und Berthold Auerbach (1812 – 1882), der mit seinen "Schwarzwälder Dorfgeschichten" bekannt wurde und Ende des Jahres 1837 zu Besuch bei seinen beiden Freunden in Buoch weilte. Gezeigt werden ferner Werke des niederschwäbischen Mundartdichters Eduard Hiller (*1818), der von 1868 bis zu seinem Tod im Jahr 1902 in Buoch lebte. Werke der Maler, Zeichner oder Lithographen Johannes Woelffle, Eduard von Kallee (1818 – 1888) und G. Heck, welche sämtlich die Gastfreundschaft des Buocher Pfarrhauses genossen, in erster Linie aber des Malers, Zeichners und Grafikers Karl Fuchs (1872 – 1968), der seit 1900 in dem Dorf lebte und diesem auch nach seiner Übersiedlung 1907 nach Esslingen eng verbunden blieb, halten die Erinnerung an die einst idyllische Sommerfrische Buoch ebenso wach, wie eine Vitrine mit Ausstellungsstücken über den ehemals in der ganzen Region bekannten Gasthof "Hirsch".

Bei den Exponaten der Dauerausstellung mittelalterlicher Keramik handelt es sich um beeindruckende Beispiele der "rotbemalten" oder "schwäbischen Feinware" aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, welche, wie seit 1980 bekannt und gesichert ist, in einer Manufaktur in Buoch gefertigt worden ist.

Sonderausstellungen geschichtlicher, kulturgeschichtlicher und heimatkundlicher Thematik, die von Anbeginn in aller Regel im Frühling/Frühsommer und in der Advents- und Weihnachtszeit jeden Jahres gezeigt werden, ergänzen das Angebot des Museums.



Ausstellung:

01.12.2017 - 29.04.2018:
Ein Pionier des Puppenfilms