Literaturland Baden-Württemberg

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Bretten

Melanchthonhaus

Das 1903 eröffnete Melanchthonhaus am Marktplatz in Bretten

Das Melanchthonhaus wurde 1897 an der Stelle des 1689 abgebrannten Geburtshauses des Reformators Philipp Melanchthon errichtet. Erbaut ist es im spätgotischen Stil. Der Plan wurde von dem Architekten Johannes Vollmer, Professor an der technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg, entworfen. Die Ausführung erfolgte durch den Architekten Professor H. Billing in Karlsruhe und später durch den Architekten Dr. W. Jung aus Durlach.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. Februar 1897, dem 400. Geburtstag Melanchthons. Der fertige Bau wurde 1903 feierlich eingeweiht. Das Hauptverdienst für das Zustandekommen gebührt dem Kirchenhistoriker und christlichen Archäologen Prof. Dr. Nikolaus Müller (Universität Berlin).

Im historischen Melanchthonhaus befindet sich neben dem Museum eine der umfangreichsten Melanchthon-Spezialbibliotheken. Eng verbunden ist das Melanchthonhaus mit der Forschungsstelle der benachbarten Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten.

Die Gedenkstätte besitzt eine Gedächtnishalle mit Fresken und weitere Räume mit ca. 12.000 Büchern, 450 Autographen, Statuen, Wappen, Gemälden, Gedenkmünzen und Graphiken. Die aus Wand- und Deckentäfelungen, Skulpturen, Wandgemälden und sonstigen Kunstwerken, Bücherschränken, Vitrinen und anderem Mobiliar bestehende Innengestaltung samt wertvoller Butzenscheiben blieb seit der Eröffnung des Hauses im Jahre 1903 unverändert.

Die Biographie des großen Gelehrten Melanchthons, der ein Verwandter Johannes Reuchlins und ein lebenslanger, enger Freund Martin Luthers war sowie sein außerordentlich umfangreiches Lebenswerk erschließen sich dem Besucher bereits in der eindrucksvollen Gedächtnishalle, die auch für Vorträge, Konzerte usw. genutzt wird.

Im Städtezimmer zieren Wappen der 121 Städte, mit denen Melanchthon nachweislich Kontakt hatte, die Decke. Das Theologenzimmer erinnert an die Kirchenmänner, mit denen der Reformator befreundet war. Im Fürstenzimmer hängen Ölgemälde der Fürsten, die für die Reformationsgeschichte eine wichtige Rolle spielten. Im Humanistenzimmer schließlich begegnet man zeitgenössischen Vertretern von Wissenschaft und Kunst.



Ausstellung:

06.07.2017 - 06.08.2017:
„Grenzen überwinden. Die Bedeutung Philipp Melanchthons für Europa – von Wittenberg bis Siebenbürgen.“

Ansichten: